Länderkammer fordert mit breiter Mehrheit Wiederaufnahme der Kinoinvestitionsförderung
Kunst- und Kulturminister Gremmels hebt in Bundesratsrede die Bedeutung der Kinos für die kulturelle Infrastruktur hervor.
Der Bundesrat hat mit breiter Mehrheit den gemeinsamen Antrag Hessens und weiterer Länder zur Kinoinvestitionsförderung angenommen. Der Bundesrat appelliert damit an die Bundesregierung, sich wieder verlässlich bei der Unterstützung notwendiger Investitionen in Kinos zu engagieren und das Förderprogramm „Zukunftsprogramm Kino“ oder eine vergleichbare Förderung neu aufzulegen. Zuvor hatten bereits die zuständigen Ausschüsse des Bundesrats mit den Stimmen nahezu aller Länder eine stärkere Unterstützung der Kinos gefordert.
"Zentrale Orte der Filmkultur"
Timon Gremmels, Hessischer Minister für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur betonte bei seiner Rede im Bundesrat: „Kinos sind zentrale Orte der Filmkultur und ein unverzichtbarer Teil unserer kulturellen Infrastruktur. Sie machen Kultur für alle erlebbar, schaffen Begegnungen über Generationen und soziale Gruppen hinweg und tragen dazu bei, dass kulturelle Vielfalt auch außerhalb der großen Städte sichtbar bleibt. Wer den deutschen Film stärken will, muss deshalb die gesamte Wertschöpfungskette von der Produktion bis zur Leinwand in den Blick nehmen. Inhalte und Infrastruktur müssen zusammengedacht werden. Neben einer starken Produktionsförderung brauchen wir verlässliche Investitionen in die Kinos. Das Zukunftsprogramm Kino hat sich bewährt – jetzt ist der Bund gefordert, diese Unterstützung wieder aufzunehmen und dauerhaft zu sichern.“
Programm solll Kinos unterstützen
Das „Zukunftsprogramm Kino“ des Bundes war im Jahr 2022 noch mit 25 Millionen Euro ausgestattet. 2024 wurde es auf zehn Millionen Euro reduziert und 2025 vollständig eingestellt. Nach dem Auslaufen ist eine Förderlücke entstanden, die durch die Kinoprogrammprämie „Liebling Kino“ in Höhe von nur sieben Millionen Euro nicht aufgefangen werden kann, da damit Impulse im Bereich der Programmgestaltung und Publikumsansprache gesetzt werden, nicht aber primär Kinoinvestitionen gefördert werden. Ein wieder aufgelegtes „Zukunftsprogramm Kino“ oder ein Nachfolgeprogramm muss nach dem Willen der Länder die Kinos vor allem bei Maßnahmen unterstützen, die zur Energieeffizienz beitragen, die Barrierefreiheit, die Aufenthaltsqualität und Publikumsbindung oder die technische Ausstattung verbessern.
Hessen stärkt die Kinoförderung
In Hessen wurde im Koalitionsvertrag eine Stärkung der Kinoförderung, insbesondere im ländlichen Raum, vereinbart. Hessen stellt für sein Kinoinvestitionsprogramm weiterhin 500.000 Euro jährlich über die Hessen Film & Medien zur Verfügung. Zusätzlich wurden im vergangenen Jahr die Kinoprogrammpreise, das sind Auszeichnungen für Kinos mit kulturell besonders wertvollem Filmprogramm, von bisher 150.000 Euro auf 215.000 Euro erhöht.
Veröffentlicht:
