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Bewerberrekord beim Hessischen Gründerpreis

205 Unternehmen im Wettbewerb / Fast 50 Prozent der Unternehmen im Halbfinale nicht aus Großstädten / Hoher Anteil an sozial-integrativen Unternehmen und KI-Geschäftsmodellen sowie Frauen

Neuer Bewerberrekord beim Hessischen Gründerpreis: „Wir haben 205 Anmeldungen im Wettbewerb und damit erstmals die 200er-Marke geknackt. Der bisherige Höchststand war 2023 mit 193 Bewerbungen erreicht worden“, freut sich Elisabeth Neumann, Projektleiterin Hessischer Gründerpreis bei der KIZ SINNOVA gGmbH. „Alle reden ständig von Krisen und die gibt es natürlich. Aber die jungen hessischen Unternehmen, Startups, Existenzgründungen und Nachfolgen zeigen sich resilient und wollen die Zukunft gestalten. Ihr Optimismus zeigt sich auch an der doppelt so hohen Zahl geschaffener Arbeitsplätze im Vergleich zu 2025“, so Neumann weiter.

Ein Trend aus den vorigen Jahren setzt sich fort: Die eher ländlich geprägten Räume Hessens sowie die kleineren und mittleren Städte bauen ihren Anteil aus. So sind im Halbfinale 26 Unternehmen aus Großstädten (inklusive Hanau) und 22 aus kleineren Städten oder Orten vertreten. „Die Kategorie Gründungen aus der Hochschule wird natürlich von Unternehmen aus Großstädten dominiert, denn dort sind die meisten und größten dieser Bildungseinrichtungen. Aber Innovationen entwickeln die jungen hessischen Unternehmen nicht nur im universitären Umfeld. In unserer Kategorie Innovative Geschäftsidee beispielsweise sind im Halbfinale sechs Unternehmen mit Sitz in einer Großstadt vertreten, die anderen sechs spannenden Innovationen kommen aus kleineren Städten und Gemeinden“, berichtet Neumann. „Diese Entwicklung ist ein Erfolg unserer langjährigen guten Kooperation mit vielen regionalen Wirtschaftsförderungen, Wirtschaftskammern oder Technologiezentren, die uns auch dieses Jahr wieder bei unserer Roadshow durch Hessen begleitet und unterstützt haben.“

Branchen im Halbfinale: Beim Hessischen Gründerpreis stehen die Menschen im Mittelpunkt, nicht nur die Zahlen. Das zeigt sich jedes Jahr in vielen sozialen Geschäftsmodellen im Wettbewerb. 2026 liegt deren Schwerpunkt im Halbfinale auf integrativen Ansätzen, die Menschen in die Gesellschaft einbinden. Das reicht von inklusiven Sportangeboten oder einem Inklusionscafé über digitale Barrierefreiheit, eine auf ausländische Fachkräfte spezialisierte Fahrschule oder die Anerkennung von Berufsabschlüssen ausländischer Fachkräfte bis zu Seniorenreisen, einer Demokratie-App für die Beteiligung Jugendlicher auf kommunaler Ebene oder Selbstverteidigung und Stärkung von Frauen.

„Natürlich ist das Thema KI im Halbfinale auch wieder stark vertreten“, so Neumann weiter. „Somit kann das Schnellladen von E-Autos optimiert werden oder der Energieverbrauch von Gebäuden. Es gibt KI-gestützte Pflegedokumentation ebenso wie automatisierte Schichtplanung und verschiedene KI-basierte Anwendungen für Unternehmen. Aber Innovation ist in Hessen sehr viel breiter aufgestellt: Unternehmen im Halbfinale reinigen Scheiben und Fassaden mittels Drohnen, bieten intelligente Straßenbeleuchtung als Nachrüstset, haben eine neue Methode zur Destillation von Apfelwein zu einem Aperitif entwickelt, bauen Roboter für Stall- und Winterdienst oder Präzisionsgeräte für die Lichtmikroskopie und erforschen Wearables gegen Tageslichtmangel.“

Beteiligung und Arbeitsplätze: Die Teilnahme ist um gut sechs Prozent höher als beim letzten Rekord 2023 und sogar fast ein Drittel höher als 2025. Die Zahl der geschaffenen Arbeitsplätze liegt bei 565 Vollzeitstellen, 517 Teilzeitjobs und 15 Azubis. Außerdem beschäftigen die teilnehmenden Unternehmen 287 Menschen freiberuflich. Zusammen sind das 1.384 Menschen, die bei den Teilnehmern beschäftigt sind. Ohne die häufig schwankende Zahl der Freiberuflichen bieten die Teilnehmer am diesjährigen Wettbewerb 1.097 Voll-/Teilzeitstellen und Azubis. Das sind fast doppelt so viele wie 2025, als die teilnehmenden Unternehmen 567 Voll- und Teilzeitstellen sowie Azubis meldeten.

Frauenanteil: Der Frauenanteil beim Hessischen Gründerpreis ist traditionell hoch, so auch dieses Jahr wieder: 95 von 205 Unternehmen haben mindestens eine Frau im Gründerteam (rund 47 Prozent), 52 davon sind Solo-Gründungen von Frauen. Von den 48 Unternehmen im Halbfinale haben 18 mindestens eine Frau im Team (knapp 38 Prozent), 6 sind Solo-Gründungen von Frauen. Laut KfW-Gründungsmonitor beträgt der Frauenanteil an Gründungen in Deutschland aktuell 35 Prozent (2025).

Regionale Verteilung gesamt: Von allen 205 teilnehmenden Unternehmen entfallen 108 Bewerbungen (52,7 Prozent) auf Rhein-Main. Süd- und Westhessen folgen mit jeweils 30 Bewerbungen (je 14,6 Prozent). Aus Nordhessen gingen 15 Bewerbungen (7,3 Prozent) ein, aus Osthessen 11 (5,4 Prozent) und aus Mittelhessen 10 (4,9 Prozent). Aus den sechs Großstädten Frankfurt, Wiesbaden, Kassel, Darmstadt, Offenbach und Hanau stammen zusammen 99 der 205 Bewerbungen (48,3 Prozent). Frankfurt liegt auf Platz 1 mit 41 Bewerbungen, gefolgt von Wiesbaden (25), Offenbach (12), Darmstadt (11) Kassel (7) und Hanau (3).

Im Halbfinale bestätigt sich die breite regionale Verteilung: 27 der für das Halbfinale ausgewählten Unternehmen kommen aus einer der hessischen Großstädte. Es führt Darmstadt (8 Halbfinalisten) vor Frankfurt (7) und Wiesbaden (6). Es folgen Kassel (3), Offenbach (2) und Hanau (1). 21 Halbfinalisten kommen aus kleineren Städten oder Gemeinden.

Branchen Bewerbungen gesamt: Dienstleistungen führen mit 44 Bewerbungen (21,5 Prozent) vor der IT-Branche (29 Bewerbungen, 14,1 Prozent), Gesundheits- und Sozialwesen (24 Bewerbungen, 11,7 Prozent), Bildung (19 Bewerbungen, 9,3 Prozent). Auf den Plätzen folgen Handel (13 Bewerbungen), Kultur (10), Handwerk (9), Bau/Immobilien (7), Energie (6) und Hotel/Gastro sowie Lebensmittel (je 5). Basis: Eigenangaben.

Eine im Rahmen der Vorauswahl durch die Jury des Preises vorgenommene Auswertung der Bewerbungen zusätzlich zur klassischen Brancheneinteilung zeigt auch Schwerpunkte bei Beratung, Coaching und Training (23), Gesundheit, Pflege und Wellbeing (21), Bildung und EdTech (20), Kultur, Event, Freizeit und Sport (16) sowie Handel, KI/Data/Automatisierung und Software/SaaS/IT mit jeweils 15 Bewerbungen.

Der HGP zeichnet auch zukunftsfähige Nachfolgelösungen aus, denn Nachfolge bedeutet: Gründung mit Abkürzung. Die Herausforderungen sind anders, aber ebenfalls groß: Innovationen oder neue technische Ausstattungen werden eingeführt, Produkte zukunftsfähig gestaltet oder neue Vertriebskanäle genutzt. Dafür brauchen Nachfolger ebenso viel Mut und Ideen wie bei einer Neugründung. Unternehmensnachfolgen sind enorm wichtig für die hessische Wirtschaft, denn sie sichern in großem Maße Arbeitsplätze und Wirtschaftskraft. 2026 sind beispielsweise ein Unternehmen für Tatortreinigung dabei, Maschinenbauer, Handelsunternehmen für Klaviere, Mode oder Grabschmuck und ein Weinlabor.

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