4 Fragen an das MOMEM – das Museum für elektronische Musik

In Frankfurt wird es bald ein Museum für elektronische Musik geben. Das MOMEM wird an der Hauptwache in den Räumlichkeiten des ehemaligen Kindermuseums entstehen und einen Überblick über die Geschichte der elektronischen Musik geben. Seit 5 Jahren hat es bereits Planungen für das Museum gegeben. Die Stadt reagierte positiv auf die Idee und hat inzwischen ihre Unterstützung zugesagt. Auf der Internetseite des MOMEM lässt sich bereits ein erster Eindruck vom neuen Museum gewinnen. Der zukünftige Direktor des Museums Alex Azary erläutert uns im Kurzinterview mehr über die Planungen.

1. Was möchte das neue Museum?

„Das MOMEM wird ein lebendiger Ort, eine Schnittstelle verschiedener kreativer Disziplinen. Wir werden die Relevanz, Tragweite und innovative Kraft der elektronischen Musik und Clubkultur auf unser aller Leben greifbar und erlebbar machen. Mit unserem Partner für Museographie und Szenografie, dem Atelier Markgraph aus Frankfurt, konnten wir eines der weltweit führenden interdisziplinären Studios gewinnen, die mit ihrer Expertise in der inhaltlich fundierten Gestaltung von Ausstellungen und Museen vor allem in technischer Finesse ,on the edge’ sind: interaktive, generative Exponate und Räume sowie Software Driven Spaces werden für die Besonderheit des MOMEM Sorge tragen.“

2. Warum haben Sie Frankfurt als Standort ausgesucht?

„Frankfurt ist unsere Heimat. Alle Akteure des MOMEM Teams haben in den vergangenen Jahrzehnten in und von Frankfurt aus gewirkt und weltweit beachtete Projekte und Marken etabliert. Aber natürlich ist das nicht der einzige Grund: Frankfurt ist und war seit den 1980er Jahren einer der wichtigen Orte weltweit, in denen die elektronische Musik gelebt und ständig weiter entwickelt wurde. Das MOMEM gehört zu Frankfurt und wird unserer Stadt und der Region RheinMain ein neues kulturelles Highlight mit Strahlkraft und Magnetwirkung weit über die Landesgrenzen hinaus bescheren.“

3. Welche Zielgruppen möchten Sie erreichen?

„Das werden wir oft gefragt, ganz ehrlich, das MOMEM wird ein Erlebnis und Erkenntnisgewinn für jeden bieten. Die Generation, die damals zu Giorgio Moroder’s I feel love getanzt hat, oder von Kraftwerk über Yello bis Depeche Mode gehört hat, ist heute 50plus, die neue Generation, die in die Clubs oder auf die Festivals strömt, sich im Netz auf dem Laufenden hält, sind die Millenials, zwischen 16 und 20 Jahren. Die elektronische Musik ist schon immer ein weltoffenes, grenzenloses, internationales Genre gewesen, das unabhängig von Nationalität, Hautfarbe, Geschlecht, Religion, Beruf oder Standeszugehörigkeit Menschen bewegt und angesprochen hat. Insofern, und die ersten massiven weltweiten Reaktionen und Anfragen deuten bereits darauf hin, wird das MOMEM vor allem auch Musik- und Kulturinteressierte aus der ganzen Welt nach Frankfurt locken.“

4. Wann geht‘s los?

„Die Schlüsselübergabe findet Anfang April statt, danach beginnen die konkreten Planungen und der Umbau. Wir hoffen und werden versuchen, noch dieses Jahr zu eröffnen. Wir werden aber bereits ab April mit ersten vereinzelten Events, Aktionen, sowie Interventionen im Raum und einer medialen Bespielung der Außenfassade sichtbare und hörbare Akzente setzen. Weitere Informationen und Eindrücke bekommt man auf unserer Webseite. Dort besteht übrigens auch die Möglichkeit, uns zu unterstützen. Wir haben eine Spendenaktion gestartet, alle Spender werden im Eingangsbereich des MOMEM namentlich auf unserer großen Infinity Disc sichtbar sein, die es im Netz bereits als online Version zu sehen gibt.“

Das Interview führte susanne dengel, kreativberatung(at)hessen-agentur.de

© 2018 Hessisches Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung     Home  |  Kontakt  |  Datenschutz  |  Impressum