Delegationsreise London: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort

Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir hat ein positives Resümee der dreitägigen Delegationsreise nach London gezogen. „Wir haben spannende Blicke hinter die Kulissen werfen können“, resümierte Al-Wazir  in Wiesbaden. „Dabei wurde nochmal deutlich: Inhaltlich-qualitativ arbeiten hessische Kreative auf dem selben Niveau wie die Londoner – allerdings ist die Kreativwirtschaft dort nicht nur viel größer, sondern auch deutlich präsenter.“

Begleitet wurde der Minister von rund 40 Vertretern aus der hessischen Kreativszene – von Designern, Werbern, Veranstaltern und Softwareentwicklern. „Nach den Niederlanden, Mailand und Belgien war das nun unsere vierte Auslandsdelegation mit Kreativen“, so der Minister. „Wir wollen damit unsere vibrierende Kreativszene auch im Ausland sichtbarer machen.“ Al-Wazir: „Kreative in London stehen vor ganz ähnlichen Problemen wie in Hessen: Kreativräume und -zentren werden dringend benötigt, Wohnraum ist knapp, der Preisdruck enorm“, sagte Al-Wazir am Freitag in Wiesbaden.
 
„Die teilnehmenden Unternehmen und wir als Standort-Politiker haben spannende Impulse erhalten: Es ist bemerkenswert, welch hohen Stellenwert die Kreativwirtschaft in London hat und wie aktiv die Stadt damit wirbt. Die Londoner Kreativwirtschaft ist dynamisch und engagiert, private Initiativen sind enorm und der Staat setzt klug Akzente.“


 Dauerthema im Dialog mit der Branche war auch der Brexit

„Die Kreativen sind quasi geschlossen dagegen. Es war daher schön und traurig zugleich, zu erleben, welch großartige Kreativszene die EU hier verliert“, so Al-Wazir. London zeige eindrucksvoll, wie die Kreativszene das Image einer Metropole mitprägen kann. „Wenn es uns gelingt, diese Stärken und kreativen Köpfe auch in Frankfurt und der Rhein-Main-Region noch stärker herauszustellen, profitiert das Rhein-Main-Gebiet auch als Ganzes davon: Auch Banker oder Unternehmensberater, die derzeit auf der Suche nach neuen Standorten sind, gehen lieber in Städte, die als hip und kreativ gelten.“


Kultur- und Kreativwirtschaft in London und Hessen

London hat eine lebendige Kultur- und Kreativszene, die sich durch Innovation und Dynamik auszeichnet. Die Metropole gehört in Europa zu den wichtigsten Standorten in den Bereichen: Werbung/Design, Software-/Games, Medien, Film und Musik. Ziel der Delegation ist es, Initiativen der Kreativwirtschaft in wichtigen Märkten kennen zu lernen und für Kooperationen mit hessischen Partnern zu werben.   In der hessischen Kultur- und Kreativwirtschaft sind über 115.000 Menschen dauerhaft erwerbstätig. Die über 20.000 Unternehmen der hessischen Kultur- und Kreativwirtschaft erwirtschafteten im Jahr 2014 rund 11,7 Milliarden Euro Umsatz. Die Software- und Games-Industrie war mit 3,2 Milliarden Euro der umsatzstärkste Teilmarkt. Damit liegt sie vor dem Werbemarkt mit einem Umsatz von 2,8 Milliarden Euro. Der Pressemarkt stand im Ranking der Teilmärkte in Hessen 2014 mit rund 2 Milliarden Euro Umsatz an dritter, die Designwirtschaft mit 1,8 Milliarden Euro an vierter Stelle. Mehr dazu bei der Hessen Agentur (PDF)
 
Neben der Kreativwirtschaft wurde der Minister auch von einer kleinen Brexit-Delegation mit Vertretern des Finanzplatzes Frankfurt begleitet. In Gesprächen mit zehn Banken und weiteren Akteuren am Finanzplatz London wurden konkrete Fragen zu möglichen Geschäftsverlagerungen nach Frankfurt erörtert.
 
„Langsam geht es los“, so Al-Wazir. „Die Pläne der Banken und Institute werden konkreter, die Nachfragen detaillierter und das Interesse an Frankfurt größer. Das war der richtige Zeitpunkt, um in London nochmals für den Standort Frankfurt zu werben. Wir gehen davon aus, dass die Entscheidungen in den Sommermonaten fallen, damit die Banken auch nach dem Brexit Ende März 2019 voll handlungsfähig bleiben.“
 
Al-Wazir „Wir können am Ende der Delegationsreise selbstbewusst sagen: Wir haben gute Chancen, dass Frankfurt bei einer Reihe internationaler Institute entweder Hauptsitz auf dem Kontinent, einer Handelseinheit oder weiterer Geschäftseinheiten wird.“ 

Vielen Dank an Thomas Pohl, Department Studios, für die Videodokumentation (Video oben)

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