4 Fragen an den Beauftragten für Räume für die Kultur- und Kreativwirtschaft in Hessen

Seit September 2016 ist Jakob Sturm Beauftragter des hessischen Wirtschaftsministeriums, um die Kreativwirtschaft landesweit beim Thema Raum zu unterstützen. Im Kurzinterview berichtet er uns mehr über seine Arbeit und was sich aktuell in Hessen tut.

1. Warum ist ‚Räume für die Kultur- und Kreativwirtschaft’ ein so wichtiges Thema?

„Das Problem günstige Räume zu finden, stellt sich vor allem jungen Kreativen, die von den Hochschulen kommen, in der ersten Professionalisierungsphase. Sie haben in der Regel nicht das nötige Geld für die hohen Mieten in den Großstädten. Die Kommunen sollten ihnen aber unbedingt ein Angebot machen, um ihr Potential zu halten und zu nutzen, denn sie sind die innovativen Kräfte. Das ist ein Zukunftsthema für die hessischen Standorte.“

2. An wen richtet sich das Beratungsangebot?

„Prinzipiell richtet sich das Beratungsangebot an alle Kreativen aus der Kultur- und Kreativwirtschaft, ebenso an kreative Initiativen, die sich an den Standorten um die Bereitstellung von Räumen kümmern. Aber ich berate auch die Kommunen, die meist ihrerseits auf mich zukommen. Seit dem Beginn meiner Beratungstätigkeit vor 1,5 Jahren war ich mit nahezu allen größeren Städten in Hessen bereits in Kontakt und habe Kreative und Kommunen beraten.“

3. Wie kannst Du die Kreativen konkret unterstützen? Wie sieht das Beratungsangebot aus?

„Ich komme selbst aus der Praxis, habe Zentren aufgebaut und betreibe die Leerstandsagentur RADAR in Frankfurt. Ich weiß also, wo zumeist der Schuh drückt. Die Kreativen berate ich bei der Raumsuche und hinsichtlich Strategien und Organisationsmöglichkeiten, die ich selbst aus der Praxis kenne. Den Kommunen vermittele ich beispielweise Ideen zur Aktivierung von Leerstand oder berate zum sinnvollen Einsatz von Fördermitteln. Außerdem baue ich gerade einen Blog auf, der über bestehende Konzepte, Vermittlungsstrategien und Entwicklungen an den Standorten informieren soll.“

4. Was tut sich in Hessen? Gibt es schon erste Erfolge?

„Es gibt inzwischen einige sehr erfolgversprechende Ansätze an beinahe allen hessischen Hochschulstandorten. In Darmstadt etwa ist ein Kreativquartier geplant, das durch die Städtebauförderung von Bund und Ländern substanziell gefördert werden kann. In Hanau wird im alten Hafentor ein großes Projekt entwickelt, das Arbeiten und Wohnen für Kreative zu sehr erschwinglichen Preisen anbietet. In Gießen berate ich kreative Initiativen und die Wirtschaftsförderung. Hier gibt es eine schon sehr erfolgreich arbeitende Vermittlungsstrategie und Ansätze für ein größeres Zentrum. Ähnlich positive Entwicklungen vollziehen sich in Wiesbaden und Kassel.“

Das Interview führte Susanne Dengel kreativberatung (at) hessen-agentur.de

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